Wie entsteht Gewalt?

Aus biologischer Sicht ist Aggression eine vollkommen natürliche Sache, viele Lebewesen sind zu aggressivem Verhalten in der Lage, dies dient in der Tierwelt jedoch lediglich dazu, das eigene Überleben zu sichern. So üben Tiere Gewalt bei der Jagd nach Nahrung aus oder um sich um sich vor den Angriffen durch Fressfeinde zu schützen. Der Mensch ist aufgrund der Struktur seines Gehirns das einzige biologische Wesen, dass Gewalt auch aus anderen Antrieben heraus praktiziert. So ist in dem Kontext häufig von der sogenannten appetitiven Aggression die Rede, dies bezeichnet die grundlegende biologische Anlage, die zu aggressivem Verhalten motiviert und aktive Gewaltausübung unter positiven Emotionen zulässt. Es wird viel diskutiert ob der Homo Sapiens allein aufgrund seiner Fähigkeit zu geplantem, bzw. „bösartigen“, aggressivem Verhalten neben seinen evolutionären Konkurrenten, (wie z.B. den höher entwickelten Neanderthalern) zur dominanten Spezies der Erde geworden ist. Jeder Mensch, sei er in seinem alltäglichen Verhalten nun friedlich oder gar pazifistisch, trägt das Potenzial zu aggressivem Verhalten (und damit zur Gewalt) als genetische Programmierung in sich. Jedoch wissen wir alle, dass das Aggressionspotenzial sowie die Facette, in der es sich äußert, von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ist. In der Psychologie existieren verschiedene Ansätze, um diese Unterschiede zu erklären. Einige Theorien beziehen sich auf ein grundlegendes Bedürfnis, überschüssige Energie des Körpers über die Muskulatur nach außen zu tragen, das Ergebnis wird dann als physisch ausgeübte Aggression sichtbar. Diesen Destruktionstrieb tragen wir alle in uns, der Mensch unterscheidet sich jedoch stark in der Fähigkeit, derartig auftretende Impulse zu unterdrücken beziehungsweise durch die Verwendung von sinnvollen Ritualen, (wie z.B. in unserem Fall Kampfsport in Hamburg) um den natürlichen Energieüberschuss abzubauen. Ein weiterer Ansatz beleuchtet hauptsächlich die Lern- und Erziehungserfahrungen, die wir im Laufe unserer Entwicklung erleben. Befürworter dieser Theorien gehen davon aus, dass gewalttätiges Verhalten gelernt wird und zwar genauso wie jede soziale Handlung. Dieses Erlernen erfolgt passiv durch wiederholte Beobachtung von gewalttätigem Verhalten (z.B. im Elternhaus) oder aktiv durch die eigene Erfahrung, dass man sich mit Gewalt in sozialen Interaktionen durchsetzen kann. Dieser Ansatz impliziert, dass Gewalt sowohl an- als auch aberzogen werden kann und spricht den wichtigen Stellungswert von Erziehung an, sowie das frühe Entgegenwirken bei wiederholt auffälligem Verhalten von Kindern und Jugendlichen. Ebenso verweist es auf die grundlegende Bereitschaft, sich im Falle eines akuten Übergriffes oder einer Mobbingsituation, gegen einen Aggressor zu verteidigen. Denn gewalttätige Personen führen ihr antisoziales Verhalten nur solange weiter wie sie damit erfolgreich sind und nicht sanktioniert werden. Aktuell wird davon ausgegangen, dass aggressives Verhalten nicht durch eine singuläre Betrachtungsweise erklärt werden kann, vielmehr setzt es sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. Der Grad der Aggression wird als eine Synthese der erwähnten Aspekte betrachtet und durch weitere situative Faktoren (wie Hitze, Alkohol, etc.) definiert. Heutzutage hat der Destruktionstrieb des Menschen viele Facetten und mutet häufig irrational an. So äußert er sich im kollektiven Rahmen durch Krieg oder Umweltverschmutzung, wodurch wir in vollem Bewusstsein unseren eigenen Lebensraum zerstören. Bezogen auf den Einzelfall hören wir andauernd von augenscheinlich sinnloser Gewalt wie Sachbeschädigung, Mobbing, sowie Prügeleien in der Kneipe oder S-Bahn. Pessimisten sind der Meinung, dass wir lediglich aufgrund der anerzogenen sozialen Regeln, sowie der Furcht vor gesetzlichen Konsequenzen des Staates in der Lage sind, Probleme mit unseren Mitmenschen gewaltfrei und „zivilisiert“ zu lösen.

Im Endeffekt kann man die Phänomene Gewalt und Aggression auf diverse Arten theoretisch betrachten, die Frage wie man den Menschen hinsichtlich seiner genetisch angelegten Verhaltensweisen bewerten möchte, bleibt philosophischer Natur. Entscheidend ist ein handlungsorientierter und konsequenter Umgang im akuten Fall. Es bleibt kein Zweifel daran, dass Gewalt diverser Art alltäglich geschieht und häufig Personen trifft, die weder eine Konfrontation suchten noch darauf vorbereitet waren. Insbesondere im Zeitalter des Smartphones bewegen wir uns häufig unaufmerksam durch unsere Umwelt, verlieren den Blick für die Menschen in unserer Umgebung und bieten somit eine potenzielle Angriffsfläche für willkürliche Gewalt. Das Atrium steht für Kampfsport und Selbstverteidigung in Hamburg. Hier versuchen wir mit unserem Team aus Pädagogen, Psychologen, Erziehern und erfahrenen Trainern, das Problem der situativen Gewalt ganzheitlich zu betrachten. Täglich bilden wir Kinder wie Erwachsene durch diverse didaktische Methoden im Umgang mit auftretenden Gefahrensituationen aus. So beleuchten wir im Krav Maga, einer Kampfsportart, die sich in Hamburg mittlerweile großer Beliebtheit erfreut, das Thema Selbstverteidigung aus verschiedenen Blickwinkeln. Hier ein spannender Beitrag zur Gewalt im Hinblick auf unser Hamburger Selbstverteidigungskonzept. Es werden sowohl präventive Maßnahmen wie beispielsweise der bewusste Einsatz von Körpersprache und Stimme als auch die Reaktion durch effektive Kampftechniken nach dem Motto „Greif‘ den Angreifer an!“ einbezogen. Durch das Erlernen von Krav Maga oder einer anderen Methode der Selbstverteidigung in Hamburg werden jedoch nicht nur körperliche Aspekte gestärkt. Es werden neue psychische Funktionen gebildet, die in einer gefährlichen Situation häufig viel entscheidender sind als eine starke Physis. Denn die grundlegende, innere Bereitschaft zu handeln, in Kombination mit intensiv konditionierten Reaktionsmustern, (sogenannte „fight-or-flight“-Reaktionen) sind der Schlüssel zu einer effektiven Selbstverteidigung. Viel zu häufig erstarren Personen in Extremsituationen, da sie von ihrer Angst sowie den daran gekoppelten physiologischen Reaktionen des Körpers übermannt werden. Denn wir sind es in unserer Gesellschaft schon lange nicht mehr gewohnt, außerhalb unserer Komfortzone zu denken und sinnvoll zu handeln. Nur wer mental bereit ist, einem Aggressor im Falle einer körperlichen Attacke physischen Schaden zuzufügen und somit per Definition selbst gewalttätig zu werden, kann sich und sein Umfeld effektiv schützen. Der deutsch-amerikanische Philosoph Ludwig Marcuse formulierte in dem Kontext etwas provokant: „Ein Friedlicher ist Einer, der sich totschießen lässt, um zu beweisen, dass der andere ein Aggressor gewesen ist“. Unser Training im Atrium, als Schule für Selbstverteidigung und Kampfsport in Hamburg, ist darauf ausgerichtet, sich in geschütztem Rahmen mit den eigenen physischen und psychischen Grenzen auseinanderzusetzen und diese zu erweitern. Kampfsporttraining hat sich auch in der Arbeit mit Jugendlichen immer wieder als förderlich erwiesen. Denn in einer Schule wie der Unseren wird Selbstverteidigung in Hamburg nicht nur im Hinblick auf sportliche Attribute und Disziplin gelehrt. Es wird ein stabiler sozialer Bezugsrahmen geschaffen, in welchem sowohl soziale Umgangsformen gegenüber Gleichalterigen als auch das Einhalten von Regeln und der Respekt gegenüber Autoritätspersonen erlernt werden. Da die menschliche Spezies nicht aus ihrer genetischen Haut schlüpfen kann, wird es wohl eine Utopie bleiben, in einer vollkommen gewaltfreien Gesellschaft zu leben. Es gibt kein perfektes Rezept zum allgemeinen „Wegerziehen“ aggressiver Verhaltensweisen, denn hierzu sind die Anlagen und Erfahrungen, die ein Mensch in seiner Biographie gemacht hat, im Einzelfall zu unterschiedlich. Dennoch gibt es vielfältige Ansatzpunkte und Methoden, um derartigen psychosozialen Problemen zu begegnen und im Atrium arbeiten wir täglich daran, einen kleinen Teil zu einer sichereren Gesellschaft beizutragen. Wer genaue Aufschlüsselungen zu Facetten von Gewalt sucht wird unter folgender Statistik des BKA fündig.

Autor: Patrick Elsen, Psychologe



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